Venusiah

Die Sterne im tiefblauen Himmel schweigen,
wenn Du vor mir stehst!
Wie Schaum, geboren von den Meeren,
jeder weiß & Du verstehst es
meine Welten zu verzaubern
-ungreifbar doch fassbar nah!
So wird das Meer zu einer Wahrheit
-endlos, frei & sonderbar.

Der Horizont am Sommermorgen
-nichts als das Licht aus Deinem Herz!
Das All durchdringend & verborgen
vor Profanem, frei von Schmerz.
Des Himmels Königreich auf Erden
-mit Dir ist das Wirklichkeit!
Du bist ein selbstgeschaffnes Kunstwerk,
das durch sein Sein die Welt befreit!

So schreiben wir daraus Geschichte!
Laß uns auf die Welten los!
Den Glanz des Himmels im Gesicht
& sichtbar!
Wie ein Todesstoß für alles Alte, das was war,
kein Platz in der Unendlichkeit,
denn überall ist deine Liebe!
– so wisse, Welt, es ist soweit!

Wenn denn das Rätsel dieser Schöpfung
Jemals eine Lösung hat,
ist sie für mich in Dir verborgen
– der Morgen

& ein leeres Blatt.

(Venusiah. Anthologie deutscher Gedichte Bd. XVII)