..über dem Regenbogen..

Ich suchte in der Finsternis des Himmels, während einer endlosen Nacht;
dann fand ich mich wieder auf dem Grund des Ozeans.

Ich sah nichts, ich hörte nichts, ich schmeckte nur Salz; und dann warst Du da.

Frohlocke! sagtest Du, doch meine Augen waren vom Salz verklebt, sodaß Du die Wasser hinab befahlst, ins Herz der Erde.

Aus dem letzten verbleibenden Tropfen schwoll ein Fluss an, den die Nymphen Amrita nannten, und sie entschwanden in Verzückung mit ihm.

So stand ich dort, wartend, bis die letzte der Nymphen das Salz meiner Augen mit sich nahm. Doch ich wagte nicht, meinen Blick auf Dich zu richten, denn mein Herz war schwer vom versunkenen Gift.

Also flehte ich, daß sich der Staub der Sterne in sich selbst verliert, doch ein Wicht hatte sich Lehmziegel daraus gemacht, sodaß der Staub gefangen war.

So erschien ich ihm mit meinem Namen Draco, und ich drohte, sein Haus zu verbrennen. Doch der Wicht lachte nur, und mein Herz brannte vor Verlangen nach Dir.

Ich drohte ihm, sein Heim mit meinen Tränen fortzuspülen, doch der Wicht lachte nur. Sodann drohte ich, das Fundament mit einem Schrei zu erschüttern. Jetzt hörte der Wicht auf, zu lachen, und Du sandtest mir eine blaue Blüte der Wüste.

Meine Lungen füllten sich mit dem Duft, dann blies ich einen Regenbogen in die Mitte des Himmels.

Als der Wicht das sah, fiel er hernieder vor mir.
Und Du lachtest, sodaß sich mir ein Auge öffnete.

Bald darauf war mir Dein Nektar in der Erde versunken, und aus ihr erstanden Käfer, die jeden Fleck der Erde einnahmen und anfingen, aus dem Haus des Wichtes Kugeln zu formen. Ich segnete sie und wandte mein Auge auf Dein Antlitz.

Doch kein Schatten war da, so sah ich nichts!
Geblendet war ich, und mein Auge verklebte von den Tränen.

Blind blieb ich stehen, und ich erbaute einen Tempel der Schönheit in meinem Herzen, auf daß Du in Verzückung gerietest.

So stiegst Du in ein Boot aus rotem Gold, und der Fluß wand sich zurück.

Mir bauten die Käfer eine Stufenpyramide aus den Kugeln, damit ich Dir entgegenkomme, und sie segneten uns unabläßlich.

Dann entließen sie mich, und ich stand auf dem Gipfel des Ararat.

Freude überkam mich, und Deine Segel füllten sich!
Aber ich konnte Dich nicht länger erwarten!
Der Wicht sah es, und er sandte mir einen Schwan, aus Dank dafür, daß ich ihn verschonte.

Und ich sah Dein Segel! Und ich schwang mich Dir entgegen!
Alle Wesen der Erde und jeder Bewohner des Wassers huldigte uns, doch ich sah sie nicht.
Die Gestalten des Himmels waren mit Dir, doch ich sah sie nicht.
Verzückt war ich von Deinem Näherkommen.

Dann durchbrach ich den Regenbogen, und Du warst da!

Mir wollten die Sinne entschwinden, doch du hieltest mich aufrecht. Mit all Deiner Kraft begannst Du, diesen Tempel der
Schönheit zu segnen. Und die Myriaden der Heerscharen spielten uns das Liebeslied. Ich bebte vor Wollust, doch Du hieltst mich aufrecht.

Oh mein Gott! Die Welt wurde erschüttert!
Doch der Tempel strahlte in seiner Pracht!
Bald darauf hatte ich die Zeit vergessen, und der Gürtel des Firmaments legte sich um uns, in der Farbe des Frühlings.

Dann spannte sich der Schwan vor unser Boot, und wir schwebten zwischen den Wassern, jenseits von Leben und Tod.

Unter uns spannten sich die Zeitalter auf, doch ich sah nur Dich, wo ich auch hinsah.

Zuletzt versank ich in tiefer Erschöpfung, und Du setztest mich auf das verzauberte Antlitz der Erde.

Und dort fand ich Dich wieder, als ich erwachte.